Realer Vampyrismus ist für uns eine Sache, mit der wir uns tagaus, tagein auseinandersetzen, die wir leben.
Es ist das seltsam ruhige Gefühl, in dem Bewusstsein durch die Straßen zu gehen, dass man etwas fühlt, was normalen Menschen verborgen ist. Es ist der Einklang des Geistes mit der Umgebung, wenn man abends vor dem Schreibtisch sitzt und im Kerzenlicht Verse verfasst, im Mondenschein durch die Natur streift oder den Klängen einer Melodie lauscht. Es ist die Liebe, die einen überkommt, wenn man nachts in die Sterne blickt. Es ist das Pochen in der Brust, wenn man mit den Lippen über den Hals eines anderen Wesens fährt, die Verbundenheit, wenn man die Seele eines geliebten Wesens mit dessen Blut in sich aufnimmt. Es ist das Wissen, dass das eigene Ich, die uralte Seele, unsterblich ist und immer wiederkehrt. Es ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, das man seiner Familie gegenüber hat. Es ist die Gnade des Blutes, deren schützende Hand über einem verweilt, wenn man erwacht ist. Die Blut- und Seelenbande, welche man schafft und die einen über die verschiedenen Leben hinweg ewig verbinden.

Wir sind das Heute. Wir sind das Gestern. Wir sind das Morgen. Unsere wiederholten Geburten durchschreitend bleiben wir kraftvoll jung. (Ägyptisches Totenbuch)